Meine Erfahrungen / Testergebnisse mit dem HY 400/
Mitte Juli 2008 habe ich mein erstes Windrad aufgebaut. Es ist das HY 400, oder auch PWG 400. Es wird unter verschiedenen Namen angeboten. Nach ca. 5 Stunden durchaus harter Arbeit, und einiger Vorbereitungszeit, z.B. zum beschaffen von Montagematerial (Mast, Kabel....) war alles fertig montiert, und betriebsbereit.
Ertragsdaten des HY400/ PWG400
Zunächst einmal muss bemerkt werden, dass ich keine konkreten Ertragsdaten in Form der üblichen Einheit (kwh) liefern kann, weil das Gerät, das Windkrad auf 12 V Basis arbeitet. Ein normaler Zähler wie in einem Haushalt üblich, kann hier also gar nicht zwischen geschaltet werden, weil der erzeugte Strom ja nicht mit einem Wechselrichter eingespeist wird. Natürlich muss bemerkt werden, dass es auch niedervolt Leistungs- bzw. "Arbeitszähler" (kwh = Arbeit, kw = Leistung) gibt, die habe ich jedoch aktuell nicht.
Mo. 14.07.2008, mässiger Wind bei 3 bis 3,5 m/s. Abends erste Batt. Einspeisung.
Di. 15.07.2008, mässiger Wind bei 3 bis 3,5 m/s.
Mi. 16.07.2008, mässiger Wind bei 3 bis 3,5 m/s.
Do. 17.07.2008, mässiger Wind bei 3 bis 3,5 m/s.
Fr. 18.07. dito
Am Sa. dem 19.07.2008, sowie frühmorgens am Mo. dem 21.07.2008 ging der Wind hier ansich ganz "gut" (mit ca. um die 5 m/s), aber ich konnte auch jetzt kaum Energie ernten, einfach weil der Wind hier fast ständig aus westlichen Richtungen kommt, und ein dicker Wald im Wege steht. So kann das beste Windrad nicht effizient arbeiten. Nicht nur das der Wind erheblich abgebremst wird, sondern es treten auch grosse Turbulenzen, also Verwirbelungen auf, die ja für jedes Windrad "Gift" sind, einfach weil sich am Rotor die Windkräfte teilweise gegenseitig auslöschen.
So. 20.07. mässig Wind
Mo. 21.07. recht windig, ca. 5 m/s
Di. 22.07. mässig windig.
Mi. 23.07. kein Wind :-(
Do. 24.07.2008; Nachmittag brauchbarer Wind aus Nord-Osten
Fr. 25.07. Vormittag windstille, ab Mittag geht der Wind "gut", jedoch aus Süd-östlichen Richtungen, und da ist mein Haus im Weg, so das ich kaum Energie ernten kann. Es ist zum Haare raufen :-(
Sa. 26.07. mässig Wind, ich kann jedoch kaum Energie ernten, weil unser Haus im Weg ist.
So. 27.07. praktisch Windstille
Mo. 28.07. vormittag windstill, Nachmittags ca. 4 m/s, jedoch Haus im Weg, kann nix ernten.
Schlussbewertung
Resüme; auch ein so kleines Windrad wie mein erstes (HY-400) mit 400 Watt Spitzenleistung kann gute Erträge erzielen, jedoch MUSS eine freie Sicht zum Wind sein, sonst kann der Wind einfach seine gigantischen Kräfte mit Hilfe des Windrades nicht in elektrischen Strom umsetzen.
Ein weiteres "Problem" ergibt sich nach einer Woche der Testphase, in der ich schon einiges gelernt habe; das Windrad dreht sich zeitlich betrachtet sehr sehr oft, teilweise sogar recht schnell, aber eben nur sehr sehr selten ist die Drehzahl hoch genug (soll = ca. min. 400 RPM) um den Akku auch laden zu können. Wie gesagt liegt dies aufgrund der jetzigen Erkenntnisse ausschliesslich an meinem sehr ungeeigneten Aufstellort. Andererseits erreicht das Windrad erst bei ca. gut 3m/s ein Spannungspegel, der ausreicht einen Akku zu laden. Für meine ersten Experimente mit Windkraft konnte und wollte ich aber keinen anderen Aufstellort wählen, weil dieses Gebäude für mich optimal geeignet ist, auch für die Verkabelung. Es gibt mittlerweile übrigens Windräder, die schon bei ca. 2 m/s einen Spannungpegel erreichen, der aussreicht einen Akku mit angemessenem Strom zu laden, bzw. einen Einspeisewechselrichter zu versorgen, der dann die Energie in das Hausnetz einspeist. Dazu hier später noch mehr.
Technische Daten des HY 400
- Nennleistung = 400 Watt
- Nennwindgeschwindigkeit = 12 m/sek.
- Rotordurchmesser = 1,4 Meter
- Anzahl Rotorblätter = 3
- Anlaufwindgeschwindigkeit ca. 2,5 m/sek.
- Nennspannung erreicht (Ladebeginn) bei ca. = 3,5 m/sek.
- Leistung bei 5 m/sek. = ca. 50 Watt
- Leistung bei 10 m/sek. = ca. 250 Watt
- System; Drehstrom, 12V, 24V, oder 48 V
- Gewicht ca. = 19 kg
- Listenpreis (Stand 2009) = ca. 499,- Euro
Leistungsbewertung
Aufgrund der Tatsache, dass ich mit meinem Windmessgerät die Angaben für Anlaufwindgeschwindigkeit und Ladebeginnwindgeschwindigkeit bestätigen konnte, deutet darauf hin, dass die Leistungskurve im Handbuch auch der Wahrheit entspricht. Das gibt mir selber sicherlich auch die "Beruhigung", dass ich keinen "Schrott" gekauft habe. Aber bei entsprechender Windstärke werde ich noch genau den Ladestrom kontrollieren.
Bei einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von ca. 5-6 m/s - ich würde sagen, dass entspricht einen mittelguten bis guten Windstandort (Durchschnitt bedeutet min. 1000 Windstunden mit dieser Stärke pro Jahr), kann man brauchbare Erträge erreichen (ca. 5A bei ca. 14 V = ca. 90 Watt/h = ca. 90 kwh pro Jahr Ertrag). Das ist "nicht die Welt", aber immerhin.
Ergänzende Links
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