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Rasenmähen elektrisch, Teil 2

Die Technik des Bosch ROTAK 43 LI

Angetrieben wird der Bosch ROTAK 43 LI durch einen direkt an der Messerwelle angebrachten brushless Aussenläufermotor, der eine kurzzeitige Leistung von weit über 1 kW an das rotierende Messer abliefern kann. Umgerechnet in PS ist das recht wenig - im Vergleich zu den "fetten" PS Angaben der Benzinmäher, die ja mit 3,5 PS und mehr "nur so strotzen". Fakt ist; Elektromotoren haben ein unglaubliches Drehmoment - während der gesamten Drehzahlspanne, können Ihre Leistung von einer auf die andere Millisekunde! entwickeln. So ist es zu erklären, dass in diesem Fall "PS" lange nicht "PS" ist! Bei diesem System ist weniger als 1 PS somit reichlich Power! Diese Motorentechnik gehört seit wenigen Jahren zu dem Besten, was es im E-Motor Bereich gibt. Doch wo kommt die Stromversorgung für den Motor her? Mit wenigen Handgriffen (das dauert nur 3 Sekunden) kann man den Akku entnehmen / wechseln. Es handelt sich um einen sog. 10 zelligen Litium Ionen Akku. Genau genommen sind es sogar 20 Zellen, jedoch sind immer 2 Zellen parallel geschaltet, um mehr Kapazität zu erhalten, während die Reihenschaltung der zwei mal 10 Zellen für eine hohe Spannung sorgt. Er - der Akku - hat im vollgeladenen Zustand eine Spannung von gut 40 Volt, und kann eine Energiemenge von knapp 100 Watt/h speichern. Für Freaks; dieser Akku kann kurzeitig einen Strom von über 30A abgeben! Bei 40 Volt macht das mal eben locker 1,2 kW Leistung. Das ist eine Menge "Holz"....äh Gras, die damit gemäht werden kann (rund 300 qm pro Akkuladung).

Fazit des Testberichtes

Bereits im zweiten Jahr setze ich diesen Mäher ein. Obwohl die Schnittbreite "nur" 43 cm beträgt (was für Schiebemäher recht viel ist) und mein alter Stinke-Aufsitzmäher fast 80 cm Schnittbreite hatte, mag man denken; hm...dann dauert das Rasenmähen nun also viel länger. Nein, das ist - erstaunlicherweise - nicht der Fall. Denn meist sind die Rasenflächen - so auch bei mir - zwar groß, aber verwinkelt, und man muss viel rangieren. Auch kann man mit dem Aussitzmäher meist nicht so flott über den Rasen fahren. Beobachten Sie mal jemandem, der mit so einem Aufsitzmäher mäht. Er fährt fast immer ganz langsam! Das alles kostet viel Zeit! Abschliessend benötige ich somit nur etwas mehr Zeit für das Mähen meiner rund 1200 qm Rasenfläche. Und auch das muss man bedenken; ich bewege mich aktiv dabei, und tue so dank des Rasenmähers nicht nur was für die Umwelt (Elektromäher mit Akku), sondern auch für meine Gesundheit. Der Mäher selber arbeitet nach wie vor einwandfrei und zuverlässig mit gleichbleibender Leistung. Man sollte darauf achten, dass man die Akkupacks nicht im vollen Zustand, und auch nicht im leeren Zustand überwintert, sondern bei ca. 50% Füllung. Es liegen übrigens zwei Akkus (und natürlich ein Schnellladegerät für 230V Netzbetrieb) bei, und die Akkus haben auch eine Füllstandsanzeige. Was will man mehr?

Das Beste zuletzt: was kostet der Spaß?

Gehen Sie mal von gut 450,- Euro aus (Stand Mai 2010). Ich finde, das ist ein angemessener Preis, für einen modernen, leistungsstarken, und umweltfreundlichen Rasenmäher! Ein Rasenmäher, der absolut praxistauglich ist, und wirklich unglaublich viel Kraft hat. Die Mehrkosten gegenüber einem Benzinmäher haben Sie locker in wenigen Jahren wieder drin! Hinzu kommt der Spaß beim Rasenmähen, was nun sogar am Sonntag möglich ist - wenn es denn sein muss - dank minimalem Lärm beim elektrischen Mähen! Achja, und "anziehen" und sich drüber ärgern, dass der "Stinker" wieder mal nicht anspringt gibt es auch nicht. Übrigens; das Hochlaufen des Messers geschieht elektronisch geregelt, und dauert aus dem Stand (Motor aus) nur 1 Sekunde!!! Auch das Abschalten geschieht innerhalb von ca. 2 Sekunden - dann stehen die Messer still. Sogar Energie wird beim Abschalten in den Akku zurück gespeist, so jedenfalls die Aussage von Bosch. Ebenfalls ist die Drehzahl während der gesamten Akkuzeit elektronisch geregelt und nahezu konstant. Wenn keine Power mehr im Akku ist, geht der Motor bei zu starker Belastung aus. Nun wechselt man den Akku. Irgendwelche Abkühlphasen braucht man nicht einzuhalten.

Aufladen mit Sonnenkraft?

Diese Info ist nur für Technikfreaks. Umbauanleitungen nach diesem Verfahren geschehen auf eigene Gefahr! Das Aufladen eines Akkupacks für den Rotak 43 LI kostet nur wenige Cent (ca. 2 Cent!!!). Damit mäht der Mäher ca. 300 qm Rasen (speicherbare Energiemenge pro Akku = ca. 100W/h wobei 1 kW/h (=1000 W/h) ca. 20 Cent kosten). Ein Benzinmäher würde ganz erheblich mehr Kosten für den Benzin in Anspruch nehmen, und müsste viel aufwändiger gewartet werden (Ölwechsel....). Beim Akku Rasenmäher wäre es sogar möglich, den Akku mittels Sonnenlicht aufzuladen. Dazu müsste man - ausgehend davon, dass beim Rasenmähen normalerweise auch die Sonne scheint - eine Solarzelle (PV Photovoltaikmodul) mit einer Nennleistung von ca. min. 100 Watt (besser natürlich mehr) haben. Dieses PV Modul könnte somit bei direkter Sonnenstrahlung den Akku in ca. 1 Stunde aufladen. Ein solches Modul kostet heute ca. 250,- Euro. Mit dieser Investition könnte man als erfahrener Bastler den oben genannten Akku immer wieder kostenlos aufladen. Dazu muss ein Solarmodul mit passender Nennspannung ausgewählt werden, und einfach intern an das Ladegerät angeschlossen werden, welches nun nicht mehr über die Netzsteckdose (230V) gespeist wird, sondern über das PV Photovoltaik Solarmodul. Rein wirtschaftlich würde sich jedoch - leider - ein solcher Umbau nicht wirklich lohnen, einfach weil die Kosten für eine Netzaufladung schon unglaublich günstig sind. Es wäre reiner Idealismus, der jedoch z.B. bei einem vorhandenem Solarmodul durchaus sinnvoll sein kann!

Ergänzende Links